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Erstmals in seiner Geschichte hat der Deutsche Aktienindex (DAX) am 07. Januar 2026 die Marke von 25.000 Punkten geknackt. Angefangen hat die Geschichte des deutschen Leitindex 1988 bei 1000 Punkten. „Capital online“ hat zu diesem Anlass die „AUFs“ und „ABs“ des DAX chronologisch in einer interessanten Übersicht zusammengefasst:
- Juli 1988: Ende der 1980er-Jahre geht es noch lebhafter im Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt zu. Den Dax gab es damals noch gar nicht. Anfang Juli 1988 feierte er seinen Einstand. Rechnerisch startete der Index am 30. Dezember 1987 bei 1000 Punkten.
- 16. Oktober 1989: Es ist der erste schwarze Tag für den deutschen Leitindex, der an diesem Tag im Sog der Wall Street um rund 13 Prozent einbricht.
- 18. November 1996: Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das öffentliche Interesse am Dax nimmt stark zu.
- 28. Oktober 1997: Im Sog der Asienkrise sackt der Dax im Handelsverlauf bis zu 13 Prozent ab und schließt mit 3567 Punkten acht Prozent niedriger.
- 28. November 1997: Mit dem Handelssystem Exchange Electronic Trading – kurz Xetra – bricht ein neues Zeitalter an.
- 7. März 2000: Befeuert von der Euphorie über die neuen Möglichkeiten des Internets erreicht der Dax ein Hoch von 8136,16 Punkten, das erst gut sieben Jahre später übertroffen wird.
- 11. September 2001: Nach den Anschlägen in den USA fällt der Dax um neun Prozent.
- 12. März 2003: Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so niedrig wie im November 1995. Doch mit der Erholung der Weltwirtschaft wächst das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.
- 15. September 2008: Mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers kehrt Ernüchterung ein. Im Oktober 2008 folgt ein schwarzer Tag auf den anderen. Zum September-Schluss verliert der Dax in der Spitze zeitweise 30 Prozent.
- 9. März 2009: 56 Prozent hat der Dax seit dem Hoch vom 13. Juli 2007 eingebüßt. Kurz darauf wirft die US-Zentralbank Fed die Notenpresse an, und es geht bergauf.
- 5. Juni 2014: Die Entscheidung der EZB, die Zinsen weiter zu senken, treibt den Dax erstmals über die 10.000er-Marke.
- 11. Februar 2016: Ein Preisverfall an den Ölmärkten schürt Ängste vor platzenden Krediten in der Finanzbranche. Der Dax fällt auf 8699 Punkte und liegt auf dem Niveau vom Oktober 2014.
- 24. Juni 2016: Die Briten votieren für den Austritt aus der EU und lösen an den Märkten einen kurzen Ausverkauf aus. Der Dax fällt um fast sieben Prozent, holt in den Folgewochen aber rasch auf.
- 9. November 2016: Die Amerikaner wählen Donald Trump zum Präsidenten. An der Wall Street schieben Anleger Bedenken beiseite und setzen auf sinkende Steuern für Unternehmen und hohe Infrastruktur-Investitionen. Der Dow geht auf Rekordkurs. In seinem Windschatten etabliert sich der Dax wieder über 10.000 Punkten.
- 9. März 2020: Die Coronakrise und ein Ölpreiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland brocken dem Dax am „Schwarzen Montag“ mit fast acht Prozent den größten Tagesverlust seit den Anschlägen vom 11. September 2001 ein. Im Februar hatte der Dax mit 13.795,24 Punkten noch ein Rekordhoch markiert. Bis Mitte März bricht er um rund 37 Prozent ein. Der Schock währt jedoch nicht lange: Dank eines Brexit-Deals in letzter Minute und anlaufender Corona-Massenimpfungen steigt der Dax Ende des Jahres auf ein Rekordhoch von 13.818,65 Punkten.
- März/April 2021: Die Hoffnung auf eine rasche Überwindung der Pandemie und die Aussicht auf billionenschwere Konjunkturprogramme in den USA hieven den Dax erstmals über die Schwelle von 15.000 Punkten. Wenige Monate später fällt auch die 16.000er-Marke.
- 24. Februar 2022: Der Einmarsch Russlands in die Ukraine löst einen Ausverkauf aus. Der Dax verliert innerhalb weniger Tage mehr als 2000 Punkte.
- 3. Dezember 2024: Der Dax setzt zum Jahresendspurt an und überspringt erstmals in seiner Geschichte die Marke von 20.000 Punkten. Am 13. März war er erstmals über 18.000 Zähler gestiegen, am 19. September knackte er 19.000-Punkte-Marke. Und in diesem Tempo geht es 2025 zunächst weiter: Am 20. Januar fällt die 21.000-Punkte-Marke, am 11. Februar ging es erstmals über 22.000 Zähler und keinen Monat später am 3. März übersprang der Index auch die 23.000-Punkte-Grenze.
- 2. April 2025: US-Präsident Donald Trump kündigt aggressive Zollmaßnahmen an, in der Folge stürzt der Dax massiv ab. Zeitweise wird die Marke von 20.000 Punkten unterschritten. Doch davon erholt sich der Aktienmarkt sehr schnell: Bereits am 20. Mai übersteigt der Dax die Marke von 24.000 Punkten, wenn auch nur kurzfristig. Im weiteren Jahresverlauf 2025 hält sich das wichtigste deutsche Börsenbarometer dann weitgehend stabil.
- 7. Januar 2026: Der Dax überspringt erstmals die 25.000-Punkte-Marke.
Was kann man aus Anlegersicht aus dieser recht bewegten Historie lernen?
Vom 01.01.1988 bis zum 07.01.2026 wurden die DAX-Anleger für die Akzeptanz der Schwankungen mit einer durchschnittlichen Rendite von 9% pro Jahr belohnt. Das investierte Geld hat sich in den rund 38 Jahren fast alle 8 Jahre verdoppelt. Aus 1.955,83 DM (1.000 Euro) wurden 26.615 Euro.
Neue Höchststände sollte man – wenn überhaupt – nur als eine Art Zwischenetappe sehen. Genau wie bei den internationalen Börsen, beruht das DAX-Wachstum auf der Wirtschaftsleistung der darin befindlichen Unternehmen. So lange Unternehmen innovativ sind, Waren und Dienstleistungen verkaufen, so lange wird es immer wieder neue Höchststände geben (an der Börse gibt es kein „oben“). Und auch wenn man sein Geld breiter (global) investieren sollte, zeigt der DAX eindrucksvoll, wie effizienter Kapitalaufbau funktionieren kann. Immer vorausgesetzt: ein langer Anlagehorizont und Coolness, wenn die Börsen beben.