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Clever agieren in Krisenzeiten
Am 9. April 2026 hat „Capital Online“ einen Artikel über das Verhalten von ETF-Anlegern in Krisenzeiten (Nahost-Krieg) veröffentlicht.
Dazu ein Ausschnitt:
Gehen wir zunächst einmal davon aus, dass der massive Einbruch – wie von den Analysten vermutet – tatsächlich auf die Eskalation im Nahen Osten zurückzuführen ist. Dann lässt sich daraus schließen, dass einem Großteil der Anleger wesentliche Informationen bezüglich eines erfolgreichen Aktieninvestments fehlen. Gerade als „Sparplan-Anleger“ sollte ich mich über jede Krise freuen. Schließlich kaufe ich dann im Sonderangebot Fondsanteile ein. Der Fachbegriff dafür lautet „Cost-Average-Effekt“.
Dazu ein einfaches Beispiel:
Ein Anleger spart fünf Jahre lang jeden Monat 100 Euro in einen Aktienfonds-Sparplan.
- Zu Beginn steht der Kurs für einen Fondsanteil bei 100 Euro. Der Anleger bekommt also für seine 100 Euro, die er jeden Monat spart, genau einen Anteil des Fonds. In Summe (pro Jahr): 12 Anteile.
- Im zweiten Jahr steigt der Kurs: Gehen wir der Einfachheit halber von einer Verdopplung auf 200 Euro aus. Somit bekommt der Anleger in diesem Jahr für die 100 Euro pro Monat nur noch einen halben Fondsanteil. In Summe: 6 Anteile.
- Im Folgejahr fällt der Kurs wieder auf sein ursprüngliches Niveau, der Anleger erhält also jeweils wieder einen Anteil. In Summe: 12 Anteile.
- Danach fällt der Kurswert unter sein Ausgangsniveau auf nur 50 Euro. Für 100 Euro gibt es somit jeden Monat zwei Fondsanteile. In Summe: 24 Anteile.
- Im fünften und letzten Jahr steht der Kurs wieder bei 100 Euro und der Anleger erhält monatlich wieder einen Anteil. In Summe: 12 Anteile.
Auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätte der Anleger weder etwas gewonnen noch etwas verloren. Also rechnen wir noch einmal nach: Insgesamt hat er 60 Monate gespart – also 6.000 Euro eingezahlt. Dadurch, dass der Kurs zwischenzeitlich deutlich gefallen war, hat der Anleger in den insgesamt fünf Jahren 66 Fondsanteile erworben. Und diese sind jetzt 6.600 Euro wert.
Die Differenz von 600 Euro sind der Gewinn, der durch die Schwankungen verdient wurde.
Fazit:
In Krisenzeiten aus Aktien auszusteigen – um in besseren Zeiten wieder einzusteigen – macht schlicht keinen Sinn, denn:
- Krisenszenarien mit entsprechenden Reaktionen der Börsen sind vollkommen normal
- Die guten Renditen der Aktienmärkte gibt es nicht umsonst. Sie sind quasi eine Belohnung dafür, dass Anleger die damit verbundenen Schwankungen akzeptieren
- Die Börsen wechseln oft schnell die Richtung. Wer ausgestiegen ist, verpasst mit hoher Wahrscheinlichkeit die besten Börsentage, was sich negativ auf die Durchschnittsrendite auswirkt
- Die Sparplan-Anleger machen sich selbst den „Cost-Average-Effekt“ zunichte
- Clevere Anleger nutzen Börseneinbrüche, um nachzukaufen
Oder wie einst Winston Churchill sagte: „Verschwende keine Krise“.